21.10.2019

Besonderheiten im Online Pricing

Haben Sie bereits festgestellt, dass auf Online Plattformen wie Amazon die Preise mehrfach täglich schwanken? Der Grund hierfür ist das dynamische Pricing-Konzept im Online-Handel. Wie dies funktioniert, erklären wir Ihnen in unserem Beitrag.

Strategisches Pricing im Online-Handel


Das Pricing ist für ein Unternehmen der mit Abstand wichtigste Gewinnhebel. Bei den Einkaufspreisen für Handelsware besteht oft nicht viel Verhandlungspotenzial, diese werden vor allem über die Absatzmenge gesteuert. Um die Marge zu erhöhen und auch Ladenhüter zu vermeiden, muss daher der Preis zum richtigen Zeitpunkt angepasst werden.

Da der Online-Handel einen vollständig transparenten Markt simuliert, sind Händler darauf angewiesen, den Kaufpreis situativ und schnell anzupassen. Eine Studie der Verbraucherzentrale Brandenburg zeigt, dass 15 von 16 großen deutschen Online-Shops ihre Preise regelmäßig ändern.

Im Onlinehandel ist die Zahlungsbereitschaft des Kunden von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Wettbewerbspreise
  • Schnelle Verfügbarkeit
  • Kundenbewertungen
  • Wirtschaftliche- und Umweltfaktoren

Ist ein Produkt sofort verfügbar und die Kundenbewertungen sind positiv, so ist der Kunde bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Ist ein Produkt weltweit kaum noch verfügbar, so werden die Kunden ebenfalls tiefer in die Tasche greifen.

Dynamisches Pricing


Aufgrund der Komplexität der Kaufentscheidungen arbeiten viele Online-Händler mit dynamischem Pricing. Je nach Entwicklung der Wettbewerbsfaktoren werden die Preise entweder nach oben oder unten angepasst. Bei einer überschaubaren Anzahl von Artikeln kann dies manuell gemacht werden. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Anbietern, welche mit Preisrobotern arbeiten.

Funktionsweise von Preisrobotern


Preisroboter werden vor allem auf Handelsplattformen wie Amazon, aber auch für das Pricing im eigenen Online Shop verwendet. Ein Preiscrawler sucht bei vordefinierten Wettbewerbern nach Preisen, Verfügbarkeit und Kundenbewertungen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn es sich um ein Commodity-Produkt mit einer eindeutig identifizierbaren Produktnummer handelt. Diese Wettbewerbsdaten werden in das System eingespielt und aufgrund einer vorgängig definierten Strategie die idealen Preise ermittelt. Bei den meisten Software-Anbietern können ein Mindestpreis oder ein Abstand zum Wettbewerb vorgängig eingestellt werden. Diese berechneten Preise werden dann wiederum automatisch auf die jeweilige Plattform oder in den eigenen Onlineshop übertragen.

Grenzen von Preisrobotern


Der Einsatz ist nur möglich, wenn die jeweilige Plattform eine Möglichkeit bietet, die Preise auszulesen. Oftmals werden bei einer zu großen Anzahl abgefragter Artikel die jeweiligen Plattformen den Zugang stoppen, da die Crawler die Load Times der Online-Shops negativ beeinflussen. Preisroboter können nur Preise im nicht eingeloggten Zustand abrufen. Dies schränkt somit die Nutzbarkeit für B2B-Produkte ein, denn diese Online-Shops zeigen den Nettopreis erst nach dem Login an. Außerdem fehlt bei vielen B2B-Produkten die einheitliche Produktnummer, welche für ein exaktes Matching notwendig ist.

Sie interessieren sich für den Einsatz von Preisrobotern oder möchten prüfen, ob dies für Sie geeignet ist? Gerne beraten wir Sie dazu persönlich.